In der Osterwerkstatt des Internates sitzen nicht nur Schülerinnen, sondern auch einige Schüler. Dort verzieren sie fleißig Ostereier in Wachstechnik. Manche sind dabei sehr geschickt. Man sieht, dass sie diese Tradition auch zu Hause pflegen. Andere erinnern sich an ihre Zeit im Hort und die dortigen ersten Versuche. Nun entdecken sie an einem mit allen Utensilien gedeckten Tisch und in geselliger Atmosphäre vergessene Fähigkeiten neu. Gegenseitig helfen sie sich und geben einander Ratschläge. Das ist das Schöne am Internat, dass sie in Gesellschaft sind und sich gegenseitig anspornen können. Mal wird rege diskutiert oder gelacht, mal setzen alle still und konzentriert ihre Dreiecke und Striche aufs Ei. Manchmal sitzt aber auch eine Schülerin allein im Raum und arbeitet meditativ.
Solch eine Beschäftigung ist eine gute Gelegenheit, mit weniger bekannten sorbischen Begriffen zu spielen. Schwamm, Rasierklinge, Waben … sind recht unbekannte oder wenig verwendete Wörter, die wir im Gespräch austauschen und üben.
Monika Süß, Erzieherin
